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Thorsten Nolting wird verabschiedet

Düsseldorfer Diakoniepfarrer wechselt nach München

Er hat das Soziale in Düsseldorf nachhaltig geprägt: Nach fast 26 Jahren in der Landeshauptstadt und 18 Jahren als Vorstandsvorsitzender der Diakonie Düsseldorf wird Thorsten Nolting am 17. Mai in der Johanneskirche verabschiedet – coronabedingt im kleinen Kreis. „Natürlich hätte ich mir gewünscht, mehr Menschen persönlich Auf Wiedersehen zu sagen“, sagt der 55-Jährige. Aber Unabänderlichem lange nachzutrauern ist nicht seine Sache. Nolting hat immer lieber die Zukunft gestaltet.

Thorsten Nolting war der erste Pfarrstelleninhaber der 1994 neu geschaffenen evangelischen Citykirchen-Pfarrstelle in der Düsseldorfer Johanneskirche am Martin-Luther-Platz. Von Anfang an war es ihm ein Anliegen, die Städter anzusprechen, die das religiöse Gespräch suchen. Er veranstaltete Konzerte, Lesungen, Ballett und Theater in der Kirche und sprach mit vielen Aktionen Menschen an, die nicht zu den regelmäßigen Sonntagsgottesdienstbesucherinnen und -besuchern gehören. Auf Thorsten Noltings Initiative geht der Umbau der Johanneskirche 1998 mit dem Café im Foyer zurück, die Kirchen-Eintrittsstelle oder Projekte wie die Lunch-Time-Orgel. 

Mit 38 Jahren wechselte Thorsten Nolting 2002 als Diakoniepfarrer und Vorstandsvorsitzender zur Diakonie Düsseldorf. Hier hat er zahlreiche wegweisende inhaltliche und strukturelle Projekte auf den Weg gebracht: von der Entwicklung des Platzes der Diakonie in Flingern über die Diakoniezentren in Gerresheim und Holthausen bis hin zur Zusammenarbeit mit Künstlern wie Thomas Schütte oder Mischa Kuball, einem wegweisend modernen Corporate Design oder dem neuen Gesellschaftsmagazin „dialog“. Bekannt wurde Thorsten Nolting auch durch unkonventionelle Projekte wie beispielsweise soziale Übungen („24 Stunden Nächstenliebe“) oder geistliche Performances in der Bergerkirche und durch seine Art, soziale Missstände sei es in Hassels-Nord oder bei wohnungslosen Frauen deutlich anzusprechen. 

Er hat sich als Diakoniepfarrer dafür eingesetzt, das soziale Engagement der Gemeinden fachlich zu unterstützen und ist wesentlich verantwortlich für die gute Kooperation von Kirche und Diakonie in Düsseldorf.

Unter seiner Führung wuchs die Diakonie zu einer der größten Stadtdiakonien Deutschlands mit rund 2.800 hauptamtlichen und 1.600 ehrenamtlichen Mitarbeitenden heran. Nolting war bis zuletzt unter anderem Mitglied des Jugendhilfeausschusses der Stadt Düsseldorf, Stellvertretender Vorsitzender des Diakonieausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Familienbildungswerks Düsseldorf und im Vorstand des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen. 

Am 1. Juni tritt Nolting die Stelle des Theologischen Vorstands bei der Inneren Mission München – Diakonie in München und Oberbayern an.

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