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Damit Weihnachten friedlich bleibt

Familienexpertin der Diakonie rät dazu, Stress zu reduzieren

Weihnachten ist das Fest des Friedens. In vielen Familien geht es aber an den Festtagen alles andere als friedlich zu. Christel Börgartz-Bimberg, Familienberaterin der Diakonie Düsseldorf, rät dazu, die Erwartungen herunterzuschrauben und Stress zu reduzieren.

Frau Börgartz-Bimberg, die Menschen wünschen sich ein harmonisches Weihnachtsfest. Doch gerade an den Feiertagen eskalieren viele Konflikte. Wie passt das zusammen?

Börgartz-Bimberg: Es liegt oft an den übersteigerten Erwartungen. Alles soll perfekt sein, das Essen, die Dekoration, die Geschenke, die Stimmung. Daran kann man nur scheitern. Außerdem ist die Familie in diesen Tagen länger eng beieinander als sonst im ganzen Jahr. Da können durchaus Konflikte hochkochen, die bislang im Untergrund schwelten.

Aber ist es nicht verständlich, dass man an Weihnachten als Familie zusammen sein will?

Natürlich, schließlich ist gerade Weihnachten bei uns das Fest der Familie. Aber zwanghaft Rituale wiederholen zu wollen, die man aus der eigenen Kindheit – oft mit verklärtem Blick – als heile Welt kennt, passt oft nicht zur Gegenwart. Man sollte deshalb in jedem Jahr neu überlegen, was einem wichtig ist, wie man das Fest gestalten möchte und es miteinander besprechen. Weihnachtstress entsteht oft dadurch zu versuchen, vor allem die Erwartungen anderer zu erfüllen. Wenn das Ergebnis am Ende ist, die Großeltern dieses Jahr nicht zu besuchen, sondern lieber ein anderes Mal in Ruhe, kann das viel Druck rausnehmen. Ich kenne jedenfalls niemanden, dem ein Besuchsmarathon wirklich gut tut.

Und wenn sich die Besuche nicht vermeiden lassen?

Dann hilft es auf jeden Fall, nicht den ganzen Tag am Esstisch zu sitzen, sondern ein Programm zu überlegen: Spazieren gehen, Spiele spielen,… Ausschließlich Gespräche zu führen, noch dazu wenn es Konflikte zwischen einzelnen Familienmitgliedern gibt, kann schnell zum gefürchteten Streit führen. Manchmal ist es übrigens hilfreich, zusätzlich Freunde zu den Familienfeiern einzuladen. Das kann ein angespanntes Familiensystem auflockern.

Gibt es sonst noch Tipps für ein entspannteres Weihnachten?

Rückzugsräume schaffen, damit jede und jeder die Pausen bekommt, die sie oder er braucht. Den Speiseplan einfach halten, die Geschenkeflut reduzieren. Kinder sind mit zu vielen Geschenken überfordert, aber auch für die, die schenken, ist es oft ein großer Druck, für alle in der Familie etwas Passendes zu finden. Mal ganz abgesehen davon, dass es für nicht wenige auch eine hohe finanzielle Belastung darstellt. Unter den Erwachsenen kann hier übrigens Wichteln Erleichterung bringen. So braucht jeder und jede nur ein Geschenk auszusuchen.

Christel Börgartz-Bimberg leitet die Evangelische Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen in Düsseldorf-Flingern. Fünf solcher Diakonie-Beratungsstellen gibt es in Düsseldorf. Mehr Infos: www.diakonie-duesseldorf.de/lebensberatung

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