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Diakonie: Anzahl der Kinder in der Notbetreuung steigt

Herausforderung für Kita-Träger

Immer mehr Kita-Kinder besuchen die Notbetreuung. Die Träger der Einrichtungen stellt das vor einige Herausforderungen. Stefanie Walther ist die zuständige Geschäftsbereichsleiterin bei der Diakonie Düsseldorf. Sie berichtet von der aktuellen Situation.

Frau Walther, mehr als 500 Kinder sind mittlerweile in der erweiterten Notbetreuung der Diakonie, im Schnitt mehr  als zehn Kinder pro Kita. Wie organisieren Sie das in Zeiten von Corona?

Natürlich nach den Vorgaben. Die Kitas werden täglich gründlich gereinigt, wir halten die Kinder zum Händewaschen an, die Eltern geben die Kinder an der Türe ab und so weiter. Wo das möglich ist, werden die Gruppen getrennt voneinander betreut, damit die Kinder nur zu den Kindern ihrer eigenen Gruppe Kontakt haben. Im Alltag stellt das unsere Kolleginnen und Kollegen natürlich auch vor einige Herausforderungen, z.B. bei der Nutzung gemeinschaftlicher Waschräume. Oder bei der Frage, welche Gruppe wann aufs Außengelände darf.

Und Abstandsregeln, gibt es die auch?

Nein, die wären mit den kleinen Kindern auch gar nicht umsetzbar. Die Kinder brauchen Berührungen, sie müssen auf den Arm genommen werden, wenn sie sich weh getan haben, sie müssen auf den Schoß kommen können, wenn sie traurig sind. Wir können keine Bannkreise um die Erzieher*innen ziehen. Und eine Maskenpflicht wäre auch unrealistisch, schließlich können Zwei- oder Dreijährige damit nicht sicher umgehen.

Das heißt aber auch, dass die Erzieher*innen einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.

Ja, das ist so. Und natürlich gibt es da auch nachvollziehbare Ängste. Es ist ja mittlerweile ziemlich gesichert, dass die Gefahr für die Kinder relativ gering ist, schwer zu erkranken. Für unsere Kolleginnen und Kollegen sieht das natürlich etwas anders aus. Darum gilt allen, die die Arbeit vor Ort aufrechterhalten, eine große Anerkennung. Wenn Mitarbeitende zu Risikogruppen gehören, arbeiten sie derzeit vom Home Office aus.

Gab es denn bereits Fälle von Infektionen bei Kindern oder Erzieher*innen?

Zum Glück nicht. Wir hatten einzelne Verdachtsfälle, die aber alle negativ getestet wurden. 

Die Notbetreuung wird ja jetzt ausgeweitet. Ab Ende Mai sollen beispielsweise die Vorschulkinder wieder in die Kitas kommen. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Mit gemischten Gefühlen. Natürlich sehen wir, dass zum Beispiel den Kindern, die im Sommer in die Schule kommen, diese Vorbereitung und die letzte Zeit in der Kita gut tut. Und belasteten Eltern sicher auch. Wir freuen uns sehr auf die Kinder. Auf der anderen Seite haben wir ja auch eine Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und für die ist schon die bisherige Form der Notbetreuung eine Herausforderung, sowohl was die Organisation angeht als auch das immer präsente Risiko einer Ansteckung. Dazu kommt: Wenn wir jetzt auf einmal wieder mehr als die Hälfte der Kinder in der Kita haben und die Gruppen weiterhin trennen sollen, kann es sein, dass wir personelle Engpässe bekommen, wenn die Risikogruppen bei den Mitarbeitenden weiterhin zu Hause bleiben. Dafür brauchen wir Lösungen.

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