Schlechte Noten

5 Tipps, wie Eltern ihrem Kind bei schlechten Noten helfen können

 

 

Nach einer Klassenarbeit oder zu den Zeugnissen: Schlechte Schulnoten sind oft Grund für Sorgen der Eltern und Streit in der Familie. Am Ende hitziger Wortgefechte fließen dann häufig Tränen.

Unsere Expertin Friederike Weber von der Evangelischen Beratungsstelle rät Eltern Ruhe zu bewahren und zuerst die Ursache für das schlechte Abschneiden des Kindes herauszufinden. Ihre Erfahrung zeigt, dass nicht immer fehlende Motivation und Fähigkeiten der Grund für schlechte Noten sind. „Wenn ein Kind, das sonst gute Noten schreibt, plötzlich eine 5 nach Hause bringt, gibt es oft andere, externe Gründe, wie Mobbing, Liebeskummer oder Konflikte in der Familie oder im Freundeskreis. Aber egal was der Grund ist, lassen Sie Ihr Kind in dieser Situation nicht alleine, sondern begleiten Sie es auf seinem Weg“, sagt Friederike Weber. Unsere Expertin hat fünf Tipps für Sie, wie Sie am besten mit der Situation umgehen und Ihrem Kind helfen:

Tipp 1: Bloß keinen Stress

Zur Erinnerung: Noten sind immer nur eine Momentaufnahme der Leistungen Ihres Kindes. Bewahren Sie deshalb selbst Ruhe und vermeiden Sie eine weitere Verschärfung der Stresssituation für Ihr Kind. Erkundigen Sie sich stattdessen bei ihm und seinen Lehrer*innen nach möglichen Hintergründen. Gibt es externe Faktoren? Wenn ja, dann gehen Sie das Problem schnellstmöglich an. Dabei helfen Ihnen auch die Evangelischen Beratungsstellen.

Tipp 2: In kleinen Schritten zum Ziel

Ein realistisches Ziel wie eine bessere Note – eine 3 statt der 5 zuletzt – auf dem nächsten Zeugnis und Zwischenziele wie das regelmäßige Erledigen der Hausaufgaben auf dem Weg geben Ihrem Kind Orientierung im Lernprozess und eine kleinschrittige Herangehensweise ist wichtig für seine Motivation. Erarbeiten Sie dafür das möglichst konkrete Ziel gemeinsam mit Ihrem Kind und verknüpfen Sie dieses Ziel mit den einzelnen zu erledigenden Aufgaben.

Tipp 3: Schaffen Sie ein angenehmes Lernumfeld und eine Routine

Wie so oft: In der Ruhe liegt die Kraft. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Kind einen angemessenen Arbeitsplatz hat und während des Lernens keine Ablenkungen durch Smartphone, Fernseher und Co. sowie Störungen durch Geschwister, Freund und Sie selbst passieren. Damit eine Routine entsteht, treffen Sie mit Ihrem Kind eine Vereinbarung darüber, wann es lernt und unter welchen Bedingungen. Das hilft dabei, dass der Vorsatz auch in die Tat umgesetzt werden kann.

Tipp 4: Fördern Sie Kreativität und Entdeckergeist

Wecken Sie die Neugierde in Ihrem Kind – unabhängig vom Schulstoff. So kann Ihr Kind seine natürliche Freude am Lernen entwickeln oder wiederentdecken. Schaffen Sie dafür Anreize zum Beispiel durch gemeinsame Entdeckertouren in Museen, Zoos oder Parks und loben Sie seine kreativen Einfälle. So helfen Sie ihrem Kind auch dabei, seine eigenen Interessen und Grenzen kennenzulernen und zu erweitern.

Tipp 5: Ihr Interesse motiviert

Auch wenn Mathe, Bio und Deutsch in der Schule nicht Ihre Stärken gewesen sein sollten: Ihr Kind freut sich, wenn Sie auch unabhängig von seinen Noten Interesse an ihm und seinem Lernstoff zeigen. Ihr Interesse zeigt ihm, dass es Ihnen wichtig ist, und das stützt seine Motivation. Seien Sie außerdem ansprechbar, wenn Ihr Kind lernt oder -- wenn Sie dies nicht einrichten können -- vereinbaren Sie Zeiten, zu denen Ihr Kind Ihnen Fragen stellen kann, die es während der Hausaufgaben gesammelt hat. Wenn Ihrem Kind etwas gut gelungen ist und es sich Mühe gibt, loben Sie es. Das fördert das Selbstwertgefühl und gibt mehr Zuversicht, die ihm beispielsweise in schwierigen Prüfungssituationen hilft.

Foto von Zhivko Minkov auf unsplash.com

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