Das Diakonie-Pflegetelefon

Antworten auf alle Fragen rund um die Pflege

Eine alte Dame hält einen Hörer an ihr Ohr

Wie wird Pflege organisiert? Welche Einrichtungen oder Dienste gibt es? Welche Kosten entstehen? Antworten auf diese Fragen gibt Sozialpädagogin Karen Veit-Koschwitz jetzt telefonisch.

Frau Veit-Koschwitz, mit welchen Anliegen wenden sich Menschen an das Beratungstelefon Leben im Alter?

Mit Fragen und Wünschen rund um die Pflege. Es geht beispielsweise um Fragen zu Vollzeitpflegeplätzen in unseren Seniorenheimen. Es kommt vor, dass in einer Einrichtung kein Platz frei, im benachbarten Stadtteil aber schon. Da kann ich vermitteln. Das ist auch die Idee des Beratungstelefons: eine Schnittstelle zu sein für alle Angebote der Diakonie rund um das Thema Pflege. Wir bieten Information und Beratung und helfen bei der Suche nach dem passenden Angebot. Denn angesichts der vielen Möglichkeiten und komplizierten Rechts- und Finanzierungslage ist es für Betroffene manchmal nicht leicht, sich zurechtzufinden. Manchmal müssen auch schnell Lösungen gefunden werden – wenn pflegende Angehörige beispielsweise selbst erkranken.

Wo herrscht außerdem Beratungsbedarf?

Zum Beispiel bei Menschen, die an sich selbst oder einem Angehörigen eine demenzielle Veränderung bemerken. Es gibt im ganzen Stadtgebiet gute Einrichtungen und Dienste, die Hilfe bieten: etwa das Kompetenzzentrum Demenz in Gerresheim, Wohngemeinschaften für Betroffene, aber auch unsere zentren plus in den Stadtteilen. Einige Betreuungsangebote werden auch von Krankenkassen finanziert, was viele gar nicht wissen. Überhaupt besteht häufig ein Anspruch auf Entlastungs- und Betreuungsleistungen, die nicht genutzt werden. Betroffene verschenken Gelder, weil sie nicht wissen, wie sie Leistungen abrufen können. Es hat sich ja unheimlich viel verändert, seitdem das Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten ist, und wir helfen Angehörigen und Pflegebedürftigen, sich im Krankenkassen- und Pflegekassenwust zurechtzufinden.

Was genau sind Entlastungs- und Betreuungsleistungen?

Sie bieten zusätzliche Unterstützung für Pflegebedürftige und ihre Angehörige. Fachkräfte übernehmen für einige Stunden pro Woche verschiedene Aufgaben, damit Pflegebedürftige gut versorgt und Angehörige neue Kraft tanken können. Auch das wissen viele nicht: Entlastungsleistungen können über ein persönliches Budget in eine Tages- und Nachtpflege oder Kurzzeitpflege fließen. Diese Entlastung ist gerade für pflegende Angehörige wichtig, die nicht merken, dass sie an Grenzen stoßen. Denn  wenn Angehörige ständig überlastet sind, erhöht das die Anfälligkeit, selbst zu erkranken. Ich versuche bei der Beratung daher Wege aufzuzeigen, wie eine Angehörige oder ein Angehöriger eine pflegebedürftige Person gut versorgen kann, ohne sich zu überfordern.

Bis zu welchem Pflegegrad ist es möglich, jemanden zu Hause zu pflegen?

Prinzipiell in allen Pflegegraden. Manchmal ist es für Pflegebedürftige aber ratsam, eine stationäre Nachtpflege in Anspruch zu nehmen und nur tagsüber zu Hause zu sein. Oder nachts zu Hause zu bleiben und tagsüber Angebote in einer Tagespflege in Anspruch zu nehmen. Leider lassen sich aber noch immer viele Angehörige davon leiten, was Nachbarn denken mögen, wenn sie Vater oder Mutter in einer stationären Einrichtung betreuen lassen. Das hat für manche einen faden Beigeschmack, selbst wenn es für alle Beteiligten die beste Lösung ist. Man muss sich auch klarmachen: Bei der ambulanten Pflege sind Fachkräfte ja nur bestimmte Zeit bei Pflegebedürftigen zu Hause, um medizinische und pflegerische Aufgaben zu übernehmen. Viele Pflegebedürftige genießen die Gemeinschaft in unseren Einrichtungen und die vielfältige Ansprache – und die kann in einem Seniorenheim mehr gegeben sein als zu Hause.

Was raten Sie, wenn jemand schwerstpflegebedürftig ist?

In einigen Fällen ist eine Versorgung durch ambulante Pflege möglich. Das setzt voraus, dass Angehörige oder eine andere Person rund um die Uhr vor Ort ist. Letztlich versuche ich in der Beratung immer ein Gespür dafür zu entwickeln, was Pflegebedürftige und Angehörige brauchen und welche Hilfe sie annehmen möchten. Klar ist aber auch: Ambulante Pflege kann ganz viel, stößt jedoch manchmal an Grenzen, wenn sich Angehörige und Pflegebedürftige mehr erhoffen, als Fachkräfte vor Ort leisten können.

Bieten Sie über die telefonische Beratung hinaus auch persönliche Gespräche vor Ort an?

Ja, das ist möglich in Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Hilfe zu Hause. Manchmal ist das auch nötig, wenn eine umfassende Beratung angefragt wird. Ich vermittle Ratsuchende zudem an Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in unseren Einrichtungen. Den meisten Ratsuchenden ist damit schon geholfen.

Das Beratungstelefon Leben im Alter ist zu erreichen unter 0211 73 53 551.