Eine ältere Dame bringt eine Tasche voller Bücher, ein junger Mann sucht nach einem gestreiften Hemd und an der Kasse wird herzlich gelacht. Szenen wie diese spielen sich täglich in den Düsseldorfer Oxfam-Shops ab. Seit 2006 an der Nordstraße und seit 2010 auf der Friedrichstraße lautet hier das Oxfam-Motto: „Überflüssiges flüssig machen“ – Spenden von Düsseldorfer*innen verwandeln sich in Hilfe für Menschen weltweit. Die Idee dahinter ist einfach und wirkungsvoll: Dinge, die für den einen überflüssig sind, können für andere von großem Wert sein. Eine 5.500 Jahre alte ägyptische Vase, ist für Martina Formella (seit 2009 angestellte Shop-Referentin bei Oxfam) bis heute die außergewöhnlichste Spende. Die Vase wurde schließlich an ein Museum weitergegeben.
Die Atmosphäre in den Oxfam-Shops ist geprägt von Offenheit und Herzlichkeit. Menschen jeden Alters treffen hier aufeinander. Die Begegnungen sind oft spontan und bereichernd – ein kurzes Gespräch über ein Buch, die gemeinsame Suche nach einem besonderen Kleidungsstück oder das freundliche Lächeln an der Kasse. Jeder Tag bringt neue Geschichten, die die Shops zu lebendigen Treffpunkten im Stadtteil machen.
Herzstück: Ehrenamtliche
Getragen wird das Konzept von engagierten Ehrenamtlichen. „Ohne die jeweils 58 ehrenamtlich tätigen Männer und Frauen, würde es die beiden Shops in Düsseldorf nicht geben“, sagt Martina Formella „Grundsätzlich bekommen wir sehr hochwertige Spenden und müssen nur in Ausnahmefällen etwas aussortieren“, berichtet sie. „Wir würden uns sehr über weitere Freiwillige in den Läden freuen“, fährt sie fort. Die Ehrenamtlichen sind das Herzstück der Shops und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft. Die Aufgaben der Ehrenamtlichen sind vielfältig: Spenden annehmen, erfassen, sortieren, mit Preisen auszeichnen, im Shop einräumen, Kunden beraten und kassieren. Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden übernehmen pro Woche feste Schichten mit einer Länge von fünf Stunden. Vier Schnupperschichten bieten ihnen zunächst Gelegenheit, das Ehrenamt unverbindlich kennenzulernen. So kann jede und jeder herausfinden, ob die Arbeit im Oxfam-Shop zu den eigenen Interessen und dem Alltag passt.
Gemeinschaft und Freundschaft
Monika Müller ist seit fast 20 Jahren im Shop an der Nordstraße ehrenamtlich aktiv. Sie betont vor allem die Gemeinschaft: „Hier sind echte Freundschaften entstanden.“ Besonders unter den Ehrenamtlichen wächst ein starkes Miteinander, das weit über die Schichten hinausgeht. Gemeinsame Aktivitäten, gegenseitige Unterstützung und ein herzliches Miteinander prägen den Alltag. „Ich war beim ersten Kontakt mit Oxfam bereits von dem Konzept begeistert und bekomme vom Ehrenamt so viel zurück!“ schwärmt sie. „Wer bei uns mitmacht, sollte vor allem kontaktfreudig sein und Lust auf Begegnungen haben“, ergänzt Martina Formella. „Alles andere lernt man hier schnell und entdeckt das besondere Flair, das in unseren Shops steckt.“
Wer Lust hat, sich zu engagieren, findet bei Oxfam eine sinnvolle Aufgabe, neue Kontakte und die Möglichkeit, aktiv einen Beitrag zu einer gerechteren Welt zu leisten. Melden Sie sich entweder direkt in einem der Shops oder in der Freiwilligenzentrale.
Text: Catherine Bouchon
Foto: Ralf Eppink