Was zunächst simpel klingt, ist für viele Seniorinnen und Senioren ein mutiger Schritt: das eigene Zuhause zu verlassen und Teil einer Gemeinschaft zu werden. Genau diese Gemeinschaft finden sie im „zentrum plus“ Derendorf-Golzheim. Ehrenamtliches Engagement ermöglicht dort eine Vielzahl von Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten, die Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Erleben bieten. Mit dabei ist Jutta Konner. Die 71-jährige Kauffrau engagiert sich seit 2013 ehrenamtlich im „zentrum plus“ Derendorf-Golzheim und übernimmt dort unterschiedliche Aufgaben - vom Rezeptionsdienst bis hin zur Betreuung der Besucherinnen und Besucher.
Ein Ehrenamt, das einfach passt
Zu ihrem Ehrenamt kam sie über den Ehrenamtsfinder von MachMit – Die Freiwilligenzentrale der Diakonie Düsseldorf. Organisation liegt ihr besonders, und im „zentrum plus“ fand sie schnell ihren Platz. „Es hat einfach gematched“, sagt sie lächelnd. Wichtig war ihr dabei, verschiedene Bereiche der Einrichtung kennenzulernen, um die Besucherinnen und Besucher mit ihrem Wissen über das vielfältige Angebot unterstützen zu können. Besonders überzeugt hat sie der gegenseitige Respekt - sowohl im Team als auch im Umgang mit den Besucherinnen und Besuchern. „Im Grunde werden wir hier ja gemeinsam alt“, fügt sie hinzu. Nach einem Gespräch mit Einrichtungsleiterin Inge Gössling war ihr schließlich klar: „Alles ist möglich.“
Vielfalt und Raum für Ideen
Neben ihren organisatorischen Aufgaben wie dem Telefon- und Postdienst steht für Jutta Konner vor allem der kreative Aspekt im Vordergrund. Gemeinsam mit den anderen ehrenamtlichen Mitarbeitenden gestaltet sie das kulturelle Programm für die Besucherinnen und Besucher und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. „Die Möglichkeiten hier sind einfach toll“, schwärmt sie. Ob Sprachkurse, Sportgruppen oder gemeinsame Ausflüge - für jede und jeden sei etwas dabei. „Wir bieten sogar „Bewegung nach Musik“ an, Tänze, die auch für Menschen mit Rollatoren möglich sind“, sagt sie lachend. Auch in ihrer Freizeit ist Jutta Konner gern aktiv: Ob Radfahren oder Laufen - Bewegung gehört für sie dazu. Genauso wie Reisen, am liebsten innerhalb Europas. Die nächste führt sie gemeinsam mit ihrem Partner auf die italienische Insel Sizilien.
Schwere Momente gehören dazu
In ihrer Zeit im „zentrum plus“ habe sie auch persönlich viel mitnehmen können. „Ich bin sensibler und offener geworden im Umgang mit Seniorinnen und Senioren“, sagt Jutta Konner. Besonders gern erinnert sie sich an ein Generationenprojekt, bei dem Kita-Kinder und Besucherinnen und Besucher der Einrichtung zusammenkamen. „Zu sehen, wie die Kinder beim Mittagessen oder bei gemeinsamen Aktivitäten auf die Seniorinnen und Senioren zugehen, war unfassbar schön“, erzählt sie. Doch nicht jede Begegnung endet leicht. Wenn Besucherinnen und Besucher oder auch ehrenamtliche Mitarbeitende versterben, hinterlässt das Spuren. „Man ist es gewöhnt, diese Stimme regelmäßig zu hören - und plötzlich ist sie nicht mehr da“, beschreibt Jutta Konner. Um mit solchen Momenten umzugehen, gibt es im „zentrum plus“ regelmäßig Fortbildungen zum Thema Trauer. Sie sollen dabei helfen, einen angemessenen und achtsamen Umgang mit Verlust zu finden.
Für Jutta Konner ist ihr Ehrenamt zu einem unverzichtbaren Teil ihres Lebens geworden. Wer ebenfalls den Weg in ein „zentrum plus“ finden möchte - ob als Besucherin und Besucher oder als ehrenamtlich mitarbeitende Person, bekommt weitere Informationen in der Freiwilligenzentrale.
Text: Fabien Dallmann
Foto: Ralf Eppink